Was sollte der Hundeführer alles mit bringen?

  • Menschlichkeit und soziale Kompetenz
  • Offenheit und Kontaktfreude zu anderen, unter Umständen auch schwierigen Menschen
  • Gute kynologische Kenntnisse

Hilfen im Umgang mit z.B. an Demenz erkrankten Bewohnern bei einem Besuch
(de = abnehmend und Mens = Verstand)

    Kontaktaufnahme:

  • Gehen Sie möglichst von vorne auf den Bewohner zu
  • Bewegen Sie sich im Gesichtsfeld des Bewohners möglichst langsam
  • Augenkontakt aufnehmen, wenn möglich in gleicher Augenhöhe (eventuell hinsetzen), wertschätzend ansprechen (immer von vorne)
  • Nicht von der Seite oder von hinten ansprechen
    Aufrechterhalten des Kontaktes

  • Sprechen Sie den Bewohner möglichst oft mit seinem Namen an
  • Verständnisvoller verbaler und nonverbaler Kommunikationsstil (durch Mimik, Stimmlage, Haltung, Sprachgeschwindigkeit) ist wichtig, ebenso wertschätzendes Verhalten dem Bewohner gegenüber. Jeder Mensch hat den elementaren Wunsch nach Akzeptanz und positiver Wertschätzung!
  • Die Ansprechbarkeit auf Gefühlsebene eines demenzkranken Menschen bleibt lange erhalten, hier können Sie im Dialog ansetzen. Vermeiden Sie möglichst, ihn auf der Verstandsebene zu fordern und zu korrigieren.
  • Sprechen Sie deutlich, langsam, in ruhigem Tonfall. Nur eine Mitteilung pro Satz. Kurze, prägnante Sätze sind sinnvoll
  • Hören Sie geduldig zu und „überholen“ Sie den Bewohner nicht, indem Sie alles schneller machen oder sprechen, als der Bewohner es kann. Dies vermittelt das Gefühl, nicht mithalten zu können.
  • Wichtig und gut sind W-Fragen: „Wann / was / wie etc.“
  • Fragen mit „Warum / Oder“ vermeiden, da die Bewohner sich schnell überfordert fühlen können.
  • Möglicherweise kann es ungünstig sein, überhaupt Fragen zu stellen, der Bewohner fühlt sich damit eventuell angesprochen auf einer Sachebene, auf der er nicht mehr antworten kann.
  • Eventuell, falls nötig und z.B. in Entscheidungssituationen, eher geschlossene als offene Fragen stellen, da sie leichter zu beantworten sind. Statt: „Was möchten Sie trinken?“ besser „Möchten Sie einen Saft trinken?“
  • Günstig kann die Verwendung von Sprichworten und Redewendungen sein, da diese oft noch gut verstanden und selbst verwendet werden können. So kann ein Zugang zum Bewohner gefunden werden. Eventuell kann sich  auch gemeinsames Hören von Musik, Anschauen von Fotos und auch Singen positiv auf den Kontakt auswirken.
  • Bei Kontakten über längere Zeit können immer wiederkehrende Rituale positiv eingesetzt werden. Diese sind z.B. bezüglich eines immer gleichen Besuchsablaufs wie Begrüßung, gemeinsames Gespräch, dann Spaziergang, Kaffeetrinken, danach Abschied.
  • Berühren Sie den Bewohner vorsichtig und achten Sie auf Signale, die vom Bewohner ausgehen können! Wenn Sie das Gefühl haben, dass es dem Bewohner unangenehm ist, ziehen Sie die Hand zurück. Oft ist jedoch, insbesondere bei längerfristigen Besuchen, ein Körperkontakt sehr wichtig für den Bewohner. Hier entscheidet der einzelne Besuchende für sich über das Zulassen von Nähe und Distanz im Umgang miteinander.
  • Sich widersprechende Botschaften vermeiden, da demenzerkrankte Menschen dies emotional deutlich wahrnehmen, aber nicht einordnen können (z.B. freundliche Bemerkung zu ungeduldigem Gesichtsausdruck) und verunsichert reagieren. Nicht immer kann man z.B. als Besuch gute Laune haben, aber dies dann auch eingestehen und zugeben: „wahrhaftig sein“ und nicht aufgesetzt.
  • Handeln Sie wenn möglich vorausschauend, so dass plötzliches, abruptes Eingreifen nicht nötig wird.
    Beenden des Kontaktes

  • Klar und eindeutig sein in der Verabschiedung
  • Eventuell feste Rituale benutzen, auf die der Bewohner reagieren kann („Auf Wiedersehen“ und z.B. winken)
  • Sich klar darüber sein, das es jedes Mal schön und eine Bereicherung ist, wenn Sie kommen, aber auch völlig in Ordnung, dass Sie nach der geplanten Zeit wieder gehen. Keine Schuldgefühle!

Literatur: Lotse sein im Meer des Vergessens, Vincentz Verlag ohne Jahresangabe / Qualitätshandbuch Leben mit Demenz KDA 2001